 |
|
Soulrider Menu |
|
|
|
Content
|
|
|
|
Windsurf Content
|
|
|
|
 |
 |
|
|
Partner:
|
|
|
|
West Oz Part 4
29.12.2004
|
|
Florian SöhnchenG-783 & Chris Hafer (G-99)
Reisebericht aus West Australien.
Windsurfen in unseren Breiten ist kein anerkannter Wintersport, auch wenn Florian noch kurz vor Weihnachten bei milden sechs Grad den Luftraum über der Ostsee unsicher machte. Da nach unseren Schulkenntnissen auf der anderen Seite der Erdhalbkugel gerade der Sommer herrscht und allen Erzählungen nach die Windsurfbedingungen in Down Under legendär sein sollen, war die Entscheidung relativ schnell getroffen.
Zwei Tage Windpause in Lancelin erforderten alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten. Was lag näher als die Tour in den südlich gelegenen Yanchep National Park. Dort wurde auch Flo endlich von der tatsächlichen Existenz des australischen Wildlifes überzeugt: In der Abendsonne vergnügten sich Kangaroos mit uns auf derselben Wiese, während Koalas faul auf den Bäumen hingen...
|
|
|
|
 |
Um unsere letzte Woche südlich
von Perth verbringen zu können, spulten wir die knapp 500 Kilometer
in Richtung Südosten nach Albany in einer nicht ganz ungefährlichen
Nachtfahr-Aktion ab. In den kühlen Nächten halten sich die Kangaroos
gerne auf der von der Sonne aufgeheizten Asphaltdecke auf, Zusammenstöße
kommen so häufiger vor. Wir schafften es zum Glück für beide
Seiten ohne Crash. Auf dem Weg in den Westen mussten
wir uns nach dem Aufenthalt im kargen Norden erst wieder an die Farbe Grün,
echte Bäume und Flüsse gewöhnen. Flo hatte in Yanchep noch
nicht genug von den Koalas bekommen und erhielt seine zweite Chance in einem
anderen Wildlife-Park: Koala-Knuddeling extreme! Hinterher roch Flo genau
so nach Eukalyptus, wie die trägen Kollegen. |
 |
Kangaroo Jacky, das wohl süßeste
Tier, das uns in den vergangenen vier Wochen über den Weg gehüpft
war, schloss uns und unsere Futterbeutel spontan ins Herz. Es wurde letzlich
nur von den Parkwächtern daran gehindert, sich auf der Weiterfahrt
uns anzuschließen...
Nachdem wir uns schweren Herzens von unseren neuen tierischen Freunden getrennt
hatten, machten wir uns auf zum nächsten Stopp unserer Touri-Tour,
zu der ehemaligen Holzfällerstadt Walpole. Dort bietet sich die Möglichkeit,
auf einem 600m langen und schwankenden Treetop-Walk zwischen den bis zu
60m hohen Baumriesen zu wandeln und die Natur aus der Vogelperspektive zu
erleben. Vom Boden aus wirken die Karri-Bäume noch beeindruckender,
insbesondere Exemplare wie der Giant Tingle Tree. Als der ältesten
und mit 70m wohl der höchste Eukalyptusbaum der dortigen Gegend, ist
sein Stamm von vielen Buschfeuern von innen hohl und schwarz verkohlt. Von
den Dimensionen her würde sein Stamm locker als Garage für einen
Kleintransporter ausreichen. Nachdem wir genug
vom Wald gesehen hatten, war es Zeit für einen Abstecher an die Küste,
zu den sogenannten Green Pools und Elephant Rocks. In den von massiven Felsen
vom Meer abgetrennten Pools mit angenehm temperiertem Wasser blieb uns mangels
Wind nur die Unterwasserwelt - mehr als ein Alternativprogramm! Neben den
paradiesischen und menschenleeren Traumstränden gab es auch die erste
hautnahe Begegnungen mit Rochen der größeren Art. Nach soviel
Wasser fuhren wir in der Dämmerung zu den Fernhook Falls, aus Angst
vor suizidgefährdeten Kangaroos wieder einmal ganz langsam, um dort
unser Nachtlager aufzuschlagen. Eine sternklare Nacht inmitten des Eukalyptuswaldes
ist sicher eines der vielen besonderen Erlebnisse unsere Tour.
|
 |
Von der Sonne sehr früh
geweckt folgten wir einem richtig großen Kangaroo zu einem malerischen
kleinen See. Vermutlich hatte das Tier die Notwendigkeit eines Bades für
uns erschnuppert, nach mehreren Tagen ohne Duschmöglichkeit kein Wunder.
Morgens um 5 Uhr im Sonnenaufgang ganz alleine an einem traumhaft schönen
See schwimmen gehen - besser kann ein Tag wohl kaum anfangen. Hinterher
waren wir fit für die nächste Etappe. Am südwestlichsten
Punkt Australiens, Cape Leeuwin, treffen sich der Indische und der Pazifische
Ozean. Bei entsprechender Wetterlage bietet sich hier ein unglaubliches
Naturschauspiel, das jedenfalls behauptete der Reiseführer. Da der
Wind sich aber noch nicht wieder eingefunden hatte, blieb als Alternative
die Hamelin Bay.
Wie ein verstorbener Tierforscher sagen würde, kommen dort kleine possierliche
Tierchen in den Ausmaßen 2 x 2,5 m bis auf den trockenen Sand, um
sich füttern zu lassen. Es handelt sich um ungefährliche Rochen,
die sich anscheinend ziemlich gerne von Touris streicheln lassen. Kontaktscheu
sind die Tiere wirklich nicht und nachdem die erste Überraschung überwunden
war, haben wir stundenlang über ihnen geschnorchelt und diese friedlichen
Giganten bewundert. Sie haben übrigens ganz kurzes Fell und fühlen
sich total schleimig an...
|
 |
| Margaret River, einer der klangvollsten
Namen der Surferwelt, macht seinem Ruf alle Ehre. Ein Surfshop reiht sich
an den anderen und der Lebensrhythmus richtet sich nach dem Swell und den
Gezeiten. Anders als an den meisten anderen Australischen Surfspots hat
Localism hier noch eine sehr starke Bedeutung. Einerseits sehr schade, andererseits
aber auch verständlich, wenn man am nicht gerade einsteigerfreundlichen
Mainbreak 40 Leute paddeln sieht, die allesamt rippen, was das Zeug hält.
Der Respekt vor den Locals und den scharfen und flachen Riffen an Spots
mit den bezeichnenden Namen Surgeons Table und Suizide hielt uns von der
Besurfung ab. Bei Wind hätte dies sicher anders ausgesehen. |
 |
Cape Naturaliste, den nördlichsten
Punkt des Küstenabschnittes, verließen wir fluchtartig wegen
den heranrollenden Busladungen an japanischen Touristen. In Yallingup, einem
Ort mit einem fast menschenleeren Strand, einer traumhaften Lagune zum Schnorcheln
und einem tollen Break zum Wellenreiten holten wir die in Margaret verpasste
Surfsession nach - im Sonnenuntergang mit 2 Locals in gut kopfhohen Wellen
- ein Traum!
In Bunbury, etwa 400 Kilometer südlich von Perth war das Dolphin Discovery
Center unser Ziel. Die Bucht inmitten eines Industriehafens ist eine der
wichtigsten Kinderstuben für die dort heimischen Delphine. Im Laufe
der Jahre haben sich ein paar der Meeressäuger angewöhnt, regelmäßig
morgens bis an den Strand zu kommen und zwischen den Menschen umher zu schwimmen,
ohne durch Futter oder sonst irgendwie angelockt zu werden. In Begleitung
eines Meeresbiologen und Delphinforschers fuhren wir mit einem Boot raus
und gingen mit Schnorchel, Maske und Flossen gerüstet ins Wasser, um
uns dann zu fragen, wer hier eigentlich wen beobachtete. Da die Erlöse
aus den Schnorcheltouren komplett für den Schutz der Delphine eingesetzt
werden, scheinen hier Umweltschutz und Tourismus in einer nahezu perfekten
Form kombiniert zu werden. Die letzten Tage verbrachten
wir in unserem Basiscamp in Lancelin, und auch die Windgötter schienen
noch mal alles zu geben: Perfekter Wind fürs 4,7er Segel, logohohe
Wellen draußen am Riff und perfekte Freestyle-Bedingungen innerhalb
der geschützten Bucht. Bis zum Einbruch der Dunkelheit gaben wir auf
dem Wasser noch einmal alles, auch in der Hoffnung eventuell unser Gepäck
für den Rückflug zu reduzieren. Erstaunlicherweise stellte der
Check-in in Perth dann keine allzu große Hürde da und so fanden
wir uns im Flieger wieder, immer noch mit der ungelösten Aufgabe des
dritten Levels eines gewissen Videogames und viel Zeit, um unseren Trip
noch einmal in Gedanken zu durchleben und zu realisieren, was wir erlebt
hatten.
Für die Statistik: Mit 66% Windausbeute, etwa 7 Tagen mit masthohen
Wellen und knapp 6.000 gefahrenen Kilometern haben wir einen ziemlich guten
Windsurf-Trip hinbekommen. Bleibende Erinnerungen an die Tiere, Land und
Leute, die vielen besonderen Momente und den Spaß den wir hatten,
das sind die eigentlich wichtigen Dinge, die uns jetzt schon von der nächsten
Tour träumen lassen... See ya!
|
 |
 |
 |
 |
|
Sponsoren:
Florian SöhnchenG-783:
Hifly, Sailloft
Hamburg, Pro Limit, Tekknosport, Northcore, WSCD
Chris Hafer (G-99):
Lorch, /Gun/Bayer/Casio
G-Shock/Helly Hansen/Prolimit/Powerbar/Bolle
|
| |
|
|

|
-
Kommentare zur News-Meldung
Keine Einträge
Zurück zu den News
|
|
|