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West Oz Part 3
21.12.2004
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Florian SöhnchenG-783 & Chris Hafer (G-99)
Reisebericht aus West Australien.
Vor einer Tour in den dünn besiedelten Norden gilt es, sich mit allem Notwendigen einzudecken. Aus den Erfahrungen des letztjährigen Trips nach Gnaraloo wussten wir, dass man im Outback Westaustraliens ziemlich auf sich alleine angewiesen ist und das die Entscheidung 'ich fahr mal eben einkaufen' einem ganztägigen Ausflug gleichkommt. An der Kasse im Shopping Center von Geraldton erkannten die Kassiererinnen mit geübtem Blick am Inhalt unseres Einkaufswagens unseren Zielort, alternativ wären angesichts Unmengen von Wasser und haltbaren Lebensmitteln Weltuntergangsszenarien denkbar gewesen. Flo ließ sich von der Einkaufsstimmung dazu bewegen, in eine gute Sonnenbrille zu investieren, allerdings verließ diese Brille nicht einmal zusammen mit Flo das Shopping Center und blieb auch weiterhin verschollen.
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| Da sich der Wind
am Coronation Beach mittags nicht durchsetzte, machten wir uns bereits am
frühen Nachmittag auf zur ersten Etappe. Mit einem kleinen Abstecher
zu den Schluchten des Murchison River bei Kalbarri, die in der Abendsonne
einen beeindruckenden Anblick boten, erledigten wir quasi im Vorbeifahren
auch das Touriprogramm. |
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| Als die Dämmerung
einsetzte und die Gefahr von suizidgefährdeten Kangaroos im Dunkeln
zu groß wurde, schlugen wir unser Nachtlager mitten im roten staubigen
Nichts am Straßenrand auf, um uns nach einer kurzen Nacht auf die
zweite Etappe zu machen. Bei Tageslicht zeigten uns die vielen Kadaver,
dass nicht alle schnell genug gehüpft waren, wobei es mangels Autos
nicht ganz einfach sein dürfte, sich auf dieser Strecke überfahren
zu lassen. Die Straßen erstreckten sich endlos bis zum Horizont, lediglich
an den proportional zu den Spritpreisen steigenden Temperaturen erkennt
man, dass man in Richtung Norden fährt. Nach Carnavon biegt man vom
Highway 1 links ab und verlässt den zivilisierten Teil Australiens
endgültig. Warnschilder warnen quasi vor allem... und das nicht ohne
Grund: Auf den Gedenktafeln für Leute, die beim Fischen von den Felsen
ins Meer gerissen wurden, wurde gleich Platz für weitere Eintragungen
gelassen! |
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| In Unkenntnis unseres
Autovermieters nahmen wir dann eine echte Teststrecke für Reifen und
Stoßdämpfer in Angriff, die letzten 75 Kilometer nach Gnaraloo
waren nach rekordverdächtigen zwei Stunden geschafft. Das 3-Mile-Camp
fanden wir gespenstisch leer vor, selbst die Verwalter waren verschwunden
(mal eben einkaufen), nur an Fliegen herrschte kein Mangel. Die konnten
sich mangels weiterer Surfer ganz auf uns konzentrieren und trotz der bestinvestiertesten
2 Australischen Dollar unseres Lebens für Mückennetze war die
Übermacht der Fliegen nervenaufreibend. |
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| Da blieb oft nur die Flucht ins oder
besser noch unter Wasser. Da das Ningaloo Reef direkt vor der Küste
liegt, waren wir mit wenigen Flossenschlägen mitten im Set von "Findet
Nemo", inkl. gelassener Wasserschildkröten und - hoffentlich -
vegetarischer Haie, wobei ein Blick auf die harten und scharfen Korallen
dicht unter der Wasseroberfläche den nächsten Cutback etwas konservativer
ausfällen lässt. Zu den Surfbedingungen am Spot mit dem bezeichnenden
Namen Tombstone wollen wir nicht viele Worte verlieren. |
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| Es wäre auch schwierig
so etwas in Worte zu fassen. Da lassen sich auch 41 °C im Schatten und
die Fliegenplage aushalten. Wegen dieser war Essen erst nach Sonnenuntergang
möglich, aber dann unter einem genialen Sternenhimmel. Dazu brannte
regelmäßig ein Lagerfeuer, die Nächte können kühl
werden. Irgendwann gingen unsere Vorräte zu Ende und es hieß
für uns Abschied nehmen, auch wenn wir bis dahin Gnaraloo für
uns alleine hatten und die Wellen nur mit Mantarochen teilen mussten. Nach
zwei staubigen und rütteligen Stunden waren wir zurück in der
Zivilisation, die sich in einer Tankstelle mit kühlen Getränken
und Luxus wie Schokoriegeln manifestiert.
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| Voll getankt ging es Richtung
Süden. Als alte Pfadfinder getreu dem Motto jeden Tag eine gute Tat
quietschten unsere Bremsen jedoch kurz hinter Carnavon, um einem liegengebliebenen
Engländer Sprit zu schenken. Genau diese Liter fehlten jedoch hinterher,
auch wenn wir schon die Außenspiegel anklappten um den Windwiderstand
zu reduzieren. Das Dorf Binu, sonst kaum einen Blick wert und nur auf wenigen
Karten verzeichnet, rettete uns mit Sprit zu Apothekenpreisen, so dass wir
doch noch Geraldton erreichten. Den Windmangel nahm Flo zum Anlass, erneut
sein Glück im Sonnebrillenladen zu versuchen, wo er inzwischen zu den
Stammkunden zählt. |
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| Diese Brille gelangte zwar aus
dem Shopping Center hinaus, aber kurz darauf verliert sich auch ihre Spur.
Da wir wohl vergessen hatten, unser Abonnement für Wellen zu verlängern
und auch der Wind eine kurze Schwächephase zeigte, verlegten wir unser
Quartier kurz entschlossen ins westaustralische Skigebiet nach Lancelin:
Sandboarden war angesagt. Auch wenn nicht vorhandene Skilifte und kreuzende
Motocrossfahrer die Sache nicht einfacher machten. Aber immerhin keine kalte
Angelegenheit und bei den perfekten Freestyle Bedingungen in der nahen Bucht
wurden wir den Sand dann auch schnell wieder los. |
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Sponsoren:
Florian SöhnchenG-783:
Hifly, Sailloft
Hamburg, Pro Limit, Tekknosport, Northcore, WSCD
Chris Hafer (G-99):
Lorch, / Gun/Bayer
/ Casio G-Shock / Helly Hansen / Prolimit / Powerbar / Bolle
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