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West Oz Part 1
08.12.2004
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Florian SöhnchenG-783 & Chris Hafer (G-99)
Reisebericht aus West Australien.
Windsurfen in unseren Breiten ist kein anerkannter Wintersport, auch wenn Florian noch kurz vor Weihnachten bei milden sechs Grad den Luftraum über der Ostsee unsicher machte. Da nach unseren Schulkenntnissen auf der anderen Seite der Erdhalbkugel gerade der Sommer herrscht und allen Erzählungen nach die Windsurfbedingungen in Down Under legendär sein sollen, war die Entscheidung relativ schnell getroffen.
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| Mit einem Trip an die australische
Westcoast wollten Florian Söhnchen und Chris Hafer, beides erfahrene
Regattacracks aus dem Deutschen Windsurf Cup, dem tristen Wetter und den
vollen Schreibtischen entfliehen. Für alle Daheimgebliebenen liefern
beide regelmäßige Updates aus Down Under:
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| Nachdem die
Tickets in unserer Hand waren, begann - zum Leidwesen unserer Umgebung
- der Countdown. Wohl um den Kontrast möglichst deutlich zu gestalten,
legte der Winter pünktlich zu unserem Abflug noch mal richtig zu.
Spiegelglatt gefrorene Straßen machten selbst das Umladen der Boardbags
für den Transport zum Airport zu einer rutschigen Angelegenheit.
Das Einchecken selbst, von allen reisende Windsurfern gefürchtet,
sollte eine relativ spannende Angelegenheit werden. Taktisch clever hatten
wir uns die netteste Dame beim Check in ausgesucht, standen mit unserem
Handgepäck lächelnd vor ihr und wiesen entspannt auf unsere
Anmeldung des Surfmaterials hin. Verheißungsvoll hielt sie bereits
kurz darauf unsere Gepäcksticker in der Hand, aber irgendwie müssen
unsere Boardbags dann doch noch Bedenken bei ihr ausgelöst haben...
So wurden wir an den Airport-Service verwiesen, der uns erst mal zur gefürchteten
Wage schickte. 63kg und 81kg mit zugedrückten Augen des Personals
an der Waage - soweit, so gut. Also die Kreditkarte gezückt, um Übergepäck
zu bezahlen... so war es gedacht.
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| Allerdings fiel dann einem der
Emirates-Angestellten ein, dass aufgrund neuer Arbeitsschutz-Bestimmungen
in Australien kein Gepäckstück die 34 kg Grenze überschreiten
darf, was uns natürlich beim Anmelden des Gepäcks irgendwie verschwiegen
wurde. Inzwischen hatten wir beinahe die Bekanntschaft des gesamten Emirates-Bodenpersonals
gemacht, das mit genialen Vorschlägen ein wenig zur Heiterkeit der
doch etwas angespannten Situation beitrug. Die Idee, Koffer zu kaufen, um
das Surfmaterial dann auf diese zu verteilen, stand ganz oben auf unserer
Liste. |
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| Da keinerlei
geeignetes Verpackungsmaterial aufzutreiben war, der Start unserer Maschine
langsam aber sicher unmittelbar bevorstand und wir in Gedanken schon mal
einen Sitzstreik in Erwägung zogen, durften wir dann überraschenderweise
doch noch einchecken.
Endlich im Flieger! Wir haben zwar den orientalischen Bauchtanz vermisst,
dafür galt es auf den beiden Etappen (Düsseldorf-Dubai-Perth)
und den insgesamt 16 Flugstunden neben der Vorfreude möglichst alle
Level der bordinternen Videospiele zu knacken. Level 3 von Vier-Gewinnt
bleibt allerdings eine echte Herausforderung für den Rückflug.
Endlich sahen wir die Westküste Australiens aus der Vogelperspektive.
Der Kontrast der Farben zwischen blauem bis türkisem Wasser und dem
roten Land war beeindruckend. Der Abholservice konnte besser nicht sein:
Britta, Basti und Valerie bildeten das Empfangskomitee.
Auch wenn Basti´s Kombi unter unseren Bags bedrohlich
in die Knie ging und Flo beim Beladen etliche Schweißtropfen vergoss,
landeten wir sicher in Fremantle, einem südlichen Vorort von Perth.
Erster Stopp war der dortige Backpacker, von wo aus es direkt in das Nachtleben
auf dem so genannten Cappuccinostrip, Fremantles Flaniermeile, ging. Dort
wurde einiges geboten: Aufgemotzte Autos aller Fabrikate, lange Schlangen
aufgestylter Mädels vor den angesagten Bars, Livebands und wilde
Partys... wurde uns jedenfalls am nächsten Morgen erzählt, da
der Flug dann doch seinen Tribut forderte. Früh von der Sonne geweckt
ging es nach Perth City, um unseren fahrbaren Untersatz für die Tour
abzuholen. Ein 3-Sitzer Van, mit dem Luxus einer Klimaanlage und einem
Hightech Radio unbekannten Fabrikats entsprachen unseren Erwartungen.
Wie wir nach dem Beladen mit unseren Sachen feststellten, war er auch
gerade ausreichend groß... und dabei hatten wir wirklich nur das
allernotwendigste eingepackt.
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| Immer
noch verschlafen fuhren wir nach Lancelin, nach australischen Maßstäben
schlappe 115 km nördlich, wo sich seit Chris letztem Aufenthalt wenig
verändert hat. Immer noch das träumerische oder extrem relaxte
Fischerdorf, um diese Jahreszeit, quasi zur Nachsaison, noch leerer und
entspannter als sonst. Nachdem in der Zeit vor unserer Ankunft eine Reihe
von tropischen Zyklonen im Norden Australiens das Wettersystem gründlich
durcheinander gebracht hatte, sah der Himmel über Lancelin am ersten
Tag eher nach Weltuntergang und keineswegs australisch aus. So waren wir
auch die einzigen, die trotz einiger Regentropfen ihr Surfmaterial aufbauten,
was die Windgötter gnädig zu stimmen schien. Denn wie bestellt
wurden die Windmaschinen eingeschaltet und die Drehzahl in den nächsten
Tagen konstant erhöht, ebenso wie die Regler an der Wellenmaschine.
In 5 Tagen vor Ort wurden alle Segel von 5.9 bis 4.2
der Reihe nach gewässert und auch die Wellen haben sich von quasi
nicht existent über suboptimal bis auf teilweise masthoch und vor
allem richtig massiv gesteigert. Optimales Aufwärmen also, insbesondere
da Lancelin ein perfektes Kombirevier mit allem Komfort aus Surfersicht
bietet. Wiese zu Aufriggen, Duschen und Schatten, ausreichend Parkplätze,
Surfshops. Dazu stehtiefes Flachwasser im vorderen Bereich für Einsteiger
oder zum Freestylen, draußen Wellen für harte Wave-Action,
lange einsame Sandstrände, traumhafte Wasserfarben... das mit dem
Rückflug sollten wir uns vielleicht doch noch mal überlegen,
insbesondere bei dem Gedanken an die Probleme beim Einchecken... Neu in
Lancelin ist die Möglichkeit, professionelle Fotos zu bekommen. Pedro,
selbst vor kurzem aus Portugal eingewandert, ist fast täglich mit
seinem Boot am Riff in Position, um von dort das Geschehen im Break hautnah
einzufangen. Diese werden auf seiner Homepage www.outdoorshots.com.au
regelmäßig online gestellt, ein Blick dort lohnt sich garantiert!
An dieser Stelle noch mal ein dickes Danke an Pedro, der auch unsere Kamera
am Riff in Position brachte! Auf jeden Fall ein Tipp für alle, die
gerne sich selbst einmal in perfekten Bedingungen festhalten lassen wollen
und keinen eigenen Fotografen dabei haben.
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| Nicht fotografisch
festgehalten wurden die Blasen an unseren Händen, speziell Flo jammerte
genauso heftig, wie er auf dem Wasser surfte. Und um sich vor der heftigen
UV-Strahlung zu schützen, hatten wir beide auch reichlich Gebrauch
von der Möglichkeit gemacht, sich unter den Weißwasserwalzen
zu verstecken, auch um bei dieser Gelegenheit die Lage der örtlichen
Riffe auszukundschaften... bislang gibt es noch keine Materialverluste
zu vermelden. Nach unserem - eigentlich nicht existierenden - Plan soll
es in Kürze weiter in Richtung Norden gehen, mal sehen was uns dort
erwartet... |
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Sponsoren:
Florian SöhnchenG-783:
Hifly, Sailloft
Hamburg, Pro Limit, Tekknosport, Northcore, WSCD
Chris Hafer (G-99):
Bayer, Lorch,
Gun/Bayer/Casio G-Shock/Helly Hansen/Prolimit/Powerbar/Bolle
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