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ISA Speedsurfing Grandprixtour 2006
20.09.2006
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Eventbericht der 2. Etappe der ISA Speedsurfing Grandprixtour 2006 in der Devils Bay auf Karpathos, Griechenland
Vom 23. bis 31. August trafen sich 70 Surfer aus 17 Nationen zur 2. Etappe der ISA Speedsurfing Grandprixtour 2006 erstmals in der Devils Bay auf Karpathos in Griechenland. Die kleine Mittelmeerinsel zwischen Kreta und Rhodos, die vor Jahren ausschließlich das Urlaubziel der Griechen war, überraschte alle Surfer mit top Bedingungen. Der Wind wehte in den ersten Tagen beständig und gleich bleibend mit mindestens 6 Windstärken ablandig über spiegelglattes Wasser.
Seit vielen Jahren war der Surfspot im Gespräch und im letzten Jahr ist dann die Entscheidung gefallen. Da die Anreise etwas beschwerlich ist, brauchte z. B. Valerie Ghibaudo mehrere Tage, um auf die Insel zu kommen, um dann aufgrund der ungünstigen Windverhältnisse zum Ende der Veranstaltung doch nicht surfen zu können.
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| Die Tücke in der Anreise ist, dass zwar Flugzeuge am internationalen Flughafen auf Karpathos landen, doch die Flieger nicht genug Kapazität haben, um das Wettkampf-Equipment der Fahrer mitzunehmen. Vorausschauend haben sich einige Rider drei Tage vor Veranstaltung auf den Weg gemacht, um via Fähre von Athen oder Rhodos pünktlich zu sein. Bei einem klappte es beim anderen nicht. Irgendwann verstummte auch die Frage: Wie bist Du denn auf die Insel gekommen?
Am Tag der Registrierung das übliche Bild, einige sind überpünktlich und melden ihre Teilnahme an, bekommen Sticker und Lycra und schwingen sich wenig später auf das Brett.
Anderen wehte schon bei der Ankunft am Flughafen von Karpathos ein scharfer Wind um die Nase, dass sie es kaum erwarten konnten, ans und ins Wasser zu kommen. Diejenigen kamen selbstverständlich kurz vor Schluss zur Registrierung. |
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Die Promotion für die Veranstaltung in Griechenland und auf der Insel hatte vorbildlich funktioniert. Am ersten Abend wurde im Amphitheater der Hauptstadt Pigadia eine herausragende Eröffnungsfeier zur Begrüßung der Fahrer veranstaltet. Der ein oder andere hat sich berechtigter Weise gefragt, ob er jetzt doch bei der Olympiade gelandet sei. Nach einem zweieinhalbstündigen Programm inkl. Ansprachen der örtlichen Prominenz, diverser folkloristischer Tanzdarbietungen und einem bunten Unterhaltungsprogramm hatten sich unsere Top-Surfer Finian, Jose, Björn, Patrik und Karin auf der Bühne erstmal einen Ouzo verdient. Die Begeisterung der Inselbewohner über die Veranstaltung war überwältigend.
Jeder der nach einem Surfer aussah, wurde strahlend begrüßt, eingeladen und geherzt. Die Karpathioten sind – wie viele Insulaner – zwar ein bisschen eigenwillig, bestechen aber durch ihre ungebrochene Freundlichkeit, Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. Sie waren die Helden hinter den Kulissen für Fahrer und Veranstalter.
An den ersten beiden Tagen starteten alle Rider mit perfekten Bedingungen in das Rennen. Trotz Hightech und der richtigen Auswahl der Materialien konnten wir schon an zwei Tagen fünf Mastbrüche vermelden, aber auch eine Superzeit von Björn Dunkerbeck mit 40,01 Knoten.
Der Surfspot hat seine Tücken – nur wenige Meter hinter der Finishline warten scharfkantige Felsen. Wer hier Topzeiten über den kompletten Kurs fahren will, muss also Mut beweisen.
Am Ende des zweiten Tages und der ersten Hälfte des zweiten Laufs war es ein bekanntes Bild. Björn Dunkerbeck (AND) führte das männliche und Karin Jaggi (SUI) das weibliche Starterfeld klar an. Finian war ein bisschen sauer auf sich selbst, fand er doch nicht sofort seine Form, experimentierte mit seinem Material und hoffte auf die nächsten Tage.
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Doch die sollten keine großen Erkenntnisse bringen, denn der Wind ließ auf sich warten und genügte am nächsten, dem dritten Tag, lediglich für einen Trainingslauf. Das Warten auf den Wind hatte begonnen. Das Skippers Meeting am nächsten Tag wurde extra vorverlegt um evtl. guten Vormittagswind für ein weiteres Rennen zu nutzen. Doch jeder hat es schon beim Aufstehen und dem Blick aus dem Fenster am Morgen gemerkt: |
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„Das wird heute wohl nichts!“ Alle hingen in der Warteschleife für ein weiteres Rennen - so auch Markus Schwendtner, race director und somit jeden Tag Entscheider über „Gut und Böse“ für die Fahrer.
Er hatte es lang heraus gezögert in der Hoffnung, dass beim 40sten Anklicken des Aktualisierungsbuttons der Windvorhersage im Internet irgendetwas Neues und vor allem Besseres vorhergesagt wird. Doch um 14.00 Uhr prangte die Entscheidung am information board „No race today!“ Tja, was macht der gemeine Surfer, wenn er kein Rennen fährt oder surft.
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Er schläft, schwatzt oder geht mit Harpune auf Fischfang. Nun starten die, die in den letzten Tagen gerade kein Rennen fuhren, zu einem Ausflug auf den riesigen ca. 1 km vor der Devils Bay liegenden rauen Felsen.
Kurz entschlossen wurde ein Rettungsboot umfunktioniert und dann hieß es cliff diving. Alles endet in einem Wettkampf - so auch hier. Gewinner dieses Wettbewerbs ist Björn Hacke, GER 108, Kampfschwimmer und Marinetaucher.
Er hatte nicht nur die besten Sprünge drauf, sondern diese sahen auch noch Weltklasse aus. Der nächste Tag: Die Flaute hält an. Die Prognose ist nicht überzeugend und so wird auch dieser Tag zum Spaßtag erklärt. Es ist genug Wind zum Surfen aber nicht zum Speedsurfen und so wird kurzer Hand ein Slalomrennen um eine Flasche Tequila veranstaltet. 15 Minuten später ist alles installiert und die Regeln definiert. Patrik Diethelm, F2 Shaper und Wettkampfteilnehmer, der gern nur auf Serienbrettern fährt, hat sich 8 Minuten vor dem Start kurzfristig entschlossen, an dem Rennen teilzunehmen. Er stürmt von der Tribüne, wirft sich in sein Outfit und rennt zum Strand. Wie es sich für einen Shaper und Tüftler gehört, hat er natürlich (!) sein Werkzeug dabei und einen Schwung voller Ideen auf dem 50m-langen Weg zum Wasser dabei. |
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Finian Maynard, der schnellste Mann der Welt auf dem Wasser (Rekord: 48,70 Knoten / 90,19 km/h), ist heute im Boot als Jugde und hat sichtlich Spaß daran, seinen Kollegen mal zu zeigen, wie man richtige Entscheidungen im Rennen trifft. Also Finian, der Mann der Flagge, zeigt „noch 2 Minuten bis zum Start“. Patrik schraubt noch bis 1 min vor dem Wasserstart. |
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Das Publikum kann gar nicht so schnell schauen, wie er sich aufs Brett schwingt und, ja richtig, noch vor dem Start die Startlinie überquert. „over early“ ist das Resultat.Doch er hat so viel Spaß, dass er den Parcours einfach „absurft“ und weit vor allen anderen die Ziellinie überquert.
Andere haben's da schon schwerer. Rob Smart (59) startet mit einem komfortablen letzten Platz und kommt nach einigen unfreiwilligen Zwischenstopps trotz Anfeuerung von Moderator Roberto Hoffmann total erschöpft im Ziel an. Er hat aber geschworen, die Zeit bis zum nächsten Jahr und der Etappe auf Karpathos hart zu trainieren und dann als ältester Speed-Grandprixsurfer ins Guinness Buch der Rekorde zu kommen. Wir werden das weiter verfolgen. |
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Am Nachmittag startet dann doch eine golden Fleet und es zahlt sich die Erfahrung eines Weltrekordlers aus. Der bis dahin drittplazierte Finian Maynard fuhr nach Björn Dunkerbeck und vor Patrik Diethelm auf Platz 2. So langsam hellte sich seine Mine auch auf. Der hier erzielte Punktestand durch die bis dahin gefahrenen Zeiten blieb bis zum Schluss unverändert, da der Wind trotz Vorhersage bis zum Ende der Veranstaltung nicht wirklich auffrischte und kein Rennen mehr möglich machte.
Die Sieger sind also Björn Dunkerbeck (AND) mit 40,01 Knoten / 74,09 km/h und Karin Jaggi (SUI) mit 35,39 Knoten / 65,54 km/h. Die Fahrer zeigten sich begeistert vom Surfspot und schauen mit den Veranstaltern optimistisch ins nächste Jahr, denn dann wird die Etappe im Juni, einem der sichersten Windmonate auf Karpathos, stattfinden. Nach dem zweiten Tourstop liegt Finian also weiterhin vor Björn im gesamten Ranking, der Abstand ist aber geschrumpft. Umso spannender wird die letzte Etappe im Oktober in Namibia werden, weil sich keiner der beiden den Titel nehmen lassen will.
Annett Oeding |
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