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Ein El Yaque Report von Jelsche Apel

22.03.2007
„ Ladies and Gentlemen we will arrive at our destination Porlamar del Carribe in a few minutes. Please fasten your seatbelt!“
Ein El Yaque Report von Jelsche Apel | Soulrider.com


Die Ansage der Cabin-Crew riss mich aus meinen Träumen. Hatte ich es also endlich geschafft? War ich nur noch wenige Minuten vom Freestyleparadies El Yaque entfernt? Schnell zog ich meinen Sitzgurt noch einmal fest, bevor die Maschine auf venezuelanischem Boden sanft aufsetzte. Beim Betreten der Flugtreppe blies mir sofort ein warmer Wind ins Gesicht. Nun konnte ich das nass-kalte Wetter in Deutschland endgültig vergessen.

Ich musste mich erst an die warmen Bedingungen gewöhnen, hatte ich doch gerade erst die kalte Nordsee erlebt. Bei Temperaturen um 30°C und blauem Himmel wusste ich allerdings, warum ich den langen Weg von den ostfriesischen Inseln bis ganz nach El Yaque auf mich genommen hatte.

Nachdem ich an meinem ersten Abend mit einem wunderschönen Sonnenuntergang in El Yaque begrüßt wurde, ging es gleich am nächsten Tag aufs Wasser.

Zwar war das Wasser recht kabbelig, aber bei einer Temperatur von 27°C und 30°C Lufttemperatur darf ich mich wohl nicht sehr beklagen. Das Fahrniveau auf dem Wasser war allgemein sehr hoch. Angeführt wurde es von Gollito, André und Antxon, die mich mit ihrem Fahrstil sofort motivierten. Als ich einige 15-jährige Locals beobachtete, die in nur drei Wochen Moves erlernten, wofür ich ein Jahr brauchte, begriff ich endgültig, warum El Yaque zum Freestyleparadies gekrönt wurde. Denn nicht nur die warmen Temperaturen, sondern auch der konstante Wind von Januar bis Mai machen es zum idealen Trainingsrevier. Und da ich während meines gesamten Aufenthaltes jeden Tag Wind für das 5er Segel hatte, kann ich im Nachhinein die Windstatistiken nur bestätigen.

Nach der Surfsession, die meistens bis nach Sonnenuntergang ging, gab es fast jeden Abend einen Abstecher zur Happy Hour Bar. Die Drinks, wie Choco-Monkey oder Caipirinha, waren nicht nur sehr gut, sondern auch verdammt günstig, so musste ich immer aufpassen, dass ich das Abendessen nicht vollständig vergaß.

Da das Reisebudget seine Grenzen hatte, quartierte ich mich bei Mike im Elyaquemotion ein. Es war nicht nur sehr preiswert sondern auch sauber und ich fühlte mich gleich freundschaftlich aufgenommen. Besonderst erwähnenswert ist die große Dachterrasse, auf der wir uns allabendlich verköstigten und die Treff aller Bewohner war. Was das Nachtleben in El Yaque anging, war ich anfangs ein wenig skeptisch.

Denn in der Beachbar Gaby´s Voodoo Lounge lief zu Billard und Dart fast jeden Abend die gleiche Musik und auch der Habana Club, der sich direkt im Elyaquemotion befand, hatte nicht sehr viel mehr zu bieten. Eine richtig gute Reggae-Party mit Live Musik im Gaby´s und die Eröffnungsfeier des umgebauten Los Piratas stimmten mich dann aber doch um. Und am nächsten Morgen ärgerte ich mich nicht allzu sehr, dass der Wind immer erst mittags an Stärke zunahm.

Während wir uns erst abends in Richtung Bar bewegten, hatten vor allem am Wochenende die Margariteneos schon zur Mittagszeit manchmal ein wenig zu tief ins Glas geschaut. Autos an Autos standen dann mit dröhnenden Bässen direkt am Strand und die Insassen genossen Caipis und das einheimische „Polar“ -Bier. Dies sollte wohl ein kleiner Vorgeschmack auf das Osterfest Semana Santa sein, wenn vor lauter tanzenden Menschenmassen einige Surfschulen ihren Betrieb einstellen müssen.

Einen wahren Traumspot fand ich dann wenige Tage später in einem Mangrovenwald. Am Fuße des Berges San Juan erstreckte sich ein riesiger Salzwassersee, welcher durch kleine Wasserwege mit dem Meer verbunden war. Und durch eines dieser Mündungen pumpte ich mich von einer Böe zur nächsten, denn der dichte Mangrovenwald filterte fast den gesamten Wind. Sobald ich aber den See erreicht hatte, breitet sich ein wahres Freestyleparadies vor meinen Augen aus.

Türkiesfarbenes und vor allem geruchsneutrales Wasser, gesäumt von Mangroven und Felsen, ließen mich und meine Freunde zu wahren Freudensprüngen verleiten. Dieser Spot lieferte uns perfekte Trainingsbedingungen zum Freestylen.

Je vertrauter mir die Spots und Einheimischen wurden, die meine nicht allzu guten Spanischkenntnisse immer mit einem freundlichen Lächeln quittierten, desto näher kam der Tag meiner Abreise auf mich zu. Nach drei Wochen wurde das stark beanspruchten Material wieder zusammengepackt und Richtung Flughafen gekarrt.

Als sich dann die Maschine in die dunkle Nacht über der Isla de Margarita in Richtung Deutschland erhob, freute ich mich schon auf den Moment, wenn es wieder heißt: „Welcome on board on our flight to Porlamar del Caribe... ! “

Reise-Infos :

Günstige Unterkunft gibt es bei elyaquemotion.com; günstige Flüge bei der Condor ab Frankfurt; Materiallagerung vor Ort z.B. bei der Happy Surfstation.






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