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DWC-Slalomerfahrungen, Saison 2004
03.04.2005
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Freestyle und DWC- das sind zwei Dinge, die in der letzten DWC- Regattasaison leider nur sehr selten zusammen gepasst haben. Um während meiner Regattakarriere zumindest etwas öfter in einem Wettkampf an den Start gehen zu können, entstand der Entschluss, mit Beginn dieser Saison auch bei den Slalom-Wettbewerben teilzunehmen. Mit einem Hifly Free 110 und einem camberlosen 8,3er Freeride Segel (Sailloft Hamburg Ride) waren die Grundsteine zu meinem Slalom- Equipment gelegt.
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Zugegebenermaßen war ich vor dem ersten Event
etwas skeptisch...gegen das Spezialmaterial der anderen DWC- Fahrer wirkte
mein Freeride- Equipment am Start zunächst etwas merkwürdig
und nicht unbedingt konkurrenzfähig. Gegen Mitte der DWC- Saison
sollte am Steinhuder Meer der erste echte Test anstehen. Während
bei böigem Wind draußen noch ein Formula- Rennen ausgetragen
wurde, stellte ich mich zum ersten Mal der neuen Herausforderung- und
war geschockt wie schnell das neue Material sich anfühlt... Doch
bereits kurz vor dem ersten Slalom-Start habe ich die Kontrolle über
mein Material gefunden und gemerkt, wie man mit dem doch sehr ungewohnt
großen Segel und dem schnellen Brett Laydown-Jibes mit Vollgas durchgleiten
kann. Gerade noch rechtzeitig…
Alles was ich über die Disziplin Slalom wusste, hatte ich bis zu
diesem Zeitpunkt durch das Zuschauen gelernt. Vor diesem Tag habe ich
nie zuvor etwas Ähnliches beim Surfen erlebt. Da alles neu war- Surfen
mit Uhr, ein fliegender Start, großes Material, Tonnen um die man
herum muss- hatte ich keine allzu hohen Erwartungen. Die Taktik war, lieber
etwas weniger Geschwindigkeit über die Startlinie mitzunehmen, dafür
aber ein gutes Timing hinzulegen und die Linie beim Startschuss optimal
zu erwischen. Die Rechnung ging auf- in meinem allerersten Slalom-Heat
ging ich auf die Sekunde genau als Erster über die Linie.
Auf der Geraden hörte ich die breiten Slalombretter von hinten näher
kommen. Schnell war mir klar, dass gegen die wirklich guten Fahrer mit
sehr gutem Material vom Top-Speed her kaum anzukommen ist. Aber bei diesem
ersten Lauf musste ich erstmal nur Andy Laufer vorbei lassen. An den Halsentonnen
konnte ich immer wieder die Vorteile des leicht beherrschbaren Freeridematerials
ausspielen und einiges an Raum gewinnen. Auf jedem Schenkel wurde es dann
wieder eng, doch mit etwas Glück, einem guten Start, guten Halsen
und einer sehr hohen, wenn auch nicht ganz gleichwertigen Geschwindigkeit,
rettete ich meine Platzierung bis ins Ziel und sorgte so für eine
kleine Sensation in dem Slalomwettkampf des Steinhuder Meers. Der erste
Slalom, ein Freeride-Board, ein camberloses Segel mit 0,7 qm weniger als
die meisten anderen Fahrer und dennoch den Einzug in das A-Finale der
besten 12 Fahrer aus den Vorläufen geschafft! Ein perfekter Einstieg
in die neue Disziplin...
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Im A-Finale ließ sich der Erfolgszug dann nicht
mehr in derselben Form fortsetzen, aber immerhin gelangte ich nach einem
heißen Fight auf Rang 11. Das mit Abstand beste Ergebnis eines Fahrers,
der nicht auf speziellem Material unterwegs war und gleichzeitig der Grundstein
für ein Saisonergebnis, das sich sehen lässt...
Doch zunächst zum weiteren Verlauf der Saison im DWC. Leider sollte
sich nur noch zweimal die Gelegenheit ergeben, Slalomrennen im DWC in
der Saison 2004 auszutragen. Beim DWC in Heiligen Hafen habe ich einen
kleinen Dämpfer erhalten. Bei starkem ablandigem Wind wurde ein Kurs
mit einer kleinen Kreuz ausgelegt, um eines der beiden Regatta-Boote für
Notfälle freihalten zu können. Die Kreuz führte allerdings
dazu, dass alle Fahrer mit Freeride-Material dermaßen benachteiligt
waren, dass an das Erreichen des A-Finales nicht einmal zu denken war.
Mit einem der vorderen Plätze im B-Finale (Plätze 13 –
24) musste ich mich zufrieden geben.
Der letzte Slalomwettkampf der Saison wurde während des DWC in Boltenhagen
ausgetragen. Bei wiederum ablandigem Wind wurde ein Downwind-Rennen gestartet,
so dass endlich wieder eine realistische Chance bestand, eine sehr gute
Platzierung einzufahren. Leider bekam ich einen extrem guten Heat zugelost.
Bernd Flessner, Helge Wilkens, Andy Laufer, ... die ganze Garde war mit
am Start. Andy Laufer stürzt an der ersten Tonne und öffnet
mir die Chance, mich auf Platz 4 vor zu schieben. Es folgte ein harter
Kampf, Mann gegen Mann. Andy brachte es mit seiner Racer-Statur, seinem
Material und seiner Erfahrung auf eine höhere Endgeschwindigkeit
und hängte mich auf der Zielgeraden gnadenlos ab. Im B-Finale erreichte
ich Rang 2 und somit insgesamt den 14. Platz. Immer noch beachtlich, wenn
man sieht, was für Fahrer mit ihrem teuren Racing-Material teilweise
weit hinter mir gelandet sind.
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Konstant gute Ergebnisse um Platz 11-14 mit nur einem
einzigen Segel und einem schnellen, Ferrari-rotem Hifly-Freeride-Board
reichten im Endeffekt, um zwischen den ganzen Spezialisten Platz 10 der
DWC Slalom-Jahresrangliste zu erlangen. Ein für mich echter Erfolg,
insbesondere da ich in diese Disziplin nur eingestiegen bin, um das manchmal
frustrierende Dasein eines Freestyle-Spezialisten etwas interessanter
zu gestalten. Daher möchte ich mich bei meinen Sponsoren bedanken,
insbesondere bei Hifly und Sailloft Hamburg, die mir das notwendige Material
für die Teilnahme am Slalom zur Verfügung gestellt haben.
Nach dem guten Abschneiden in der letzten Saison freue ich mich nun neben
den Freestyle-Wettkämpfen auch auf die Slalomrennen der Saison 2005.
Das Ziel ist klar- die Top Ten sollten schon wieder erreicht werden. Die
Voraussetzungen hierzu sind gut, denn: "Power is nothing without
control"!- ich werde wieder meinen gutmütigen Hifly-Ferraris
vertrauen. Ein neues Freerace-Segel von Sailloft Hamburg mit 2 Cambern
wird den nötigen Vortrieb liefern, um die roten Renner auf Highspeed
und hoffentlich auf gute Platzierungen zu bringen.
Florian Söhnchen, G-783
Thanks to my Sponsors: Hifly, Sailloft Hamburg, Pro Limit,
Tekknosport, Northcore, WSCD
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