Im ersten Heat des Viertelfinales demonstrierte Bobby Martinez (USA) eindrucksvoll, was in den schwierigen Bedingungen in Bakio am heutigen Tag dennoch möglich war. Martinez konnte den ersten Tuberide des Contests verbuchen und wurde damit zurecht mit 9.70 Punkten (maximal 10 Punkte pro Welle) belohnt. Sein Gegner, der Australier Phil MacDonald, war danach entsprechend unter Druck und konnte bald mit einer Wertung von 7.83 kontern. Leider fehlte dem Australier der notwendige zweite hohe Score, um Martinez Ergebnis in der Summe zu toppen. Der 25-jährige Amerikaner surfte hingegen weiter sehr konstant und legte gut 10 Minuten vor Schluß nochmal mit einem Score von 6.17 Punkten nach. MacDonald musste nun mindestens eine 8.05 erzielen, um Martinez noch vom Einzug ins Halbfinale abzuhalten. Keiner der beiden Surfer konnte bis zum Ende noch ein entscheidendes Ergebnis einbringen und so zieht der Sieger des Vorjahres, Bobby Martinez, auch in diesem Jahr sicher ins Halbfinale ein. Phil MacDonald kann mit seinem fünften Platz hier in Spanien zwar sein bestes Ergebnis der Saision verzeichnen, aber seine Qualifikation für das kommende Jahr ist damit noch lange nicht gesichert.
“Ich habe keine Ahnung, wo diese Welle her kam”, sagte Bobby Martinez anschließend über die beste Welle des Tages. “Sie war recht steil und hat dann urplötzlich diese Barrel produziert. Ich hatte wirklich Glück, denn den gesamten Tag habe ich keine zweite solche Welle gesehen. Nach meinem Sieg hier im letzten Jahr bringt Mundaka natürlich viele gute Erinnerungen zurück. Aber all das zählt nicht, denn ich muss hier von Heat zu Heat mein Bestes geben. Meine Saison war von vielen schlechten Ergebnissen gekennzeichnet und das hier ist schon jetzt mein bestes Ergebnis. Ich habe immer mein bestes gegeben und trotzdem haben mich die anderen geschlagen. Ich fühle mich gut und ich habe keine Angst zu verlieren, daher kümmere ich mich nicht zu sehr gegen wen es geht. Ich werde rauspaddeln und kämpfen bis es vorbei ist. Vielleicht habe ich wieder Glück.”
Der Australier Mick Fanning musste in seinem Aufeinandertreffen mit dem Amerikaner Taylor Knox gewinnen, um seine Chance auf einen frühzeitigen Gewinn der Weltmeisterschaft hier in Spanien zu wahren. Fanning startete furios mit 7.33 Punkten und legte sofort mit weiteren 5 und 6 Punkte Rides nach. Mit seiner vierten Welle konnte er sogar eine klare 7.00 verbuchen und liess Taylor Knox damit in einer Kombisituation aus zwei nötigen Wellen mit einer Summe von mindestens 14.34 Punkten zurück. Knox gelang bis dahin nur eine 4.17, die er auch bis zum Ende nicht mehr verbessern sonderlich verbessern konnte. Der 36-jährige Knox steht in seinem 14. Jahr auf der Tour momentan an Rang elf der Gesamtwertung, während Fanning seinem Traum wieder ein gewaltiges Stück näher gekommen ist.
“In diesem Heat gab es insgesamt für Taylor und mich wenig zu holen. Ich bin froh, dass ich gewonnen habe”, kommentierte der 26-jährige Fanning spatter. “So kann ich den Druck auf Kelly (Slater) und Taj (Burrow) weiter erhöhen. Sie müssen jetzt nachlegen und je besser ich hier abschneide, um so schwieriger wird es für die beiden den Titel zu holen. Für den Event ware es klasse, wenn wir das Finale in Mundaka haben könnten, aber mir ist es relativ gleich wo wir starten müssen. Ich fühle mich hier in Bakio oder in Mundaka gleichermaßen wohl.” Fanning trifft nun im Halbfinale auf Bobby Martinez.
Der nachfolgende Heat sah den achtfachen Weltmeister Kelly Slater (USA) gegen den erst 19-jährigen Franzosen Jeremy Flores. Sollte Slater gegen Flores ausscheiden (und Burrow ebenfalls im Viertelfinale scheitern) könnte es zu einer vorzeitigen WM-Entscheidung zu Gunsten von Mick Fanning beim Billabong Pro Mundaka kommen. Slater liess allerdings nichts anbrennen und konnte sich gleich mit seiner ersten Welle 6.17 Punkte und damit den höchsten Score des gesamten Heats sichern. Der junge Franzose Flores fand sich schnell in einer Situation wieder, in der er eine 5.51 zum Sieg benötigte. Flores kam jedoch nicht über eine 4.50 hinaus. Für beide Surfer gab es in der Mitte des Heats kaum eine Welle, die hohes Punktepotenzial hatte, so dass das Ergebnis lange unverändert blieb. Slater legte dann eine 4.73 nach und Flores konterte mit einer 5.17. Nun musst Flores schon eine 5.74 erreichen, um Slaters Chancen auf den Titel und einen Erfolg hier in Spanien zu verhindern. Das sollte ihm nicht gelingen und somit stand fest, dass der WM-Titel in diesem Jahr nicht beim Billabong Pro Mundaka entschieden wird.
“Ich denke jeder der Surfen liebt freut sich, dass das Rennen um den Titel weiterhin offen ist”, äußerte sich der 35-jährige Amerikaner anschließend. “Im Heat gegen Jeremy habe ich mir manchmal eine Vodoopuppe gewünscht, den er hatte einige gute Aktionen. Hätte ich hier heute verloren hätte sicher ein Australier den Titel gewonnen. Aber auch jetzt hat Mick weiterhin die Zügel in der Hand und wir anderen müssen den Druck auf ihn beibehalten.”
Ob das Rennen um die WM-Krone ein Zwei- oder ein Dreikampf bleiben würde, hatte Taj Burrow (AUS) im letzten Heat des Tages gegen seinen Landsmann Bede Durbidge in der Hand. Zehn Minuten vor dem Ende hatte Burrow den 24-jährigen Durbidge in einer Kombisituation, in der er zwei Wellen mit einer Summe von knapp 14 Punkten benötigte. Durbidge konterte mit einer 8.00 und rückte so etwas näher an Burrow heran. Lediglich 7.35 Punkte wären jetzt nötig gewesen, um Burrows Titelambitionen zu beenden. Durbidge erhöhte den Druck stetig und versuchte das Beste aus den recht kleinen Wellen zu machen. Schlußendlich konnte Taj Burrow seine Führung verteidigen, bzw. kurzzeitig mit einer 7.27 sogar weiter ausbauen.
Burrow sagte spatter im Interview: “Der Heat war insgesamt etwas langsam, aber die einzelnen Wellen waren verdammt schnell. Man muss in diesen Wellen richtig flink auf den Füßen sein. Ich war mir vor allem die gesamte Zeit nicht sicher, wie die Judges die Airs von Bede und mir bewerten. Ich war überzeugt, dass er bei der einen Welle eine Acht oder so bekommen würde, aber dann war es nur eine Zwei. Das ist seltsam, vielleicht haben die Judges nicht gesehen, dass wir die Dinger landen. Das Kelly, Mick und ich weiter im Rennen sind, ist besonders gut für Mick, denn er ist auf der anderen Seite des Tableaus. Jetzt geht es gegen Kelly und naja, Kelly ist Kelly, was soll ich sagen. Das wird schwer, aber da muss ich durch.”
Um für die anstehenden Halbfinalpaarungen und das Finale bessere und konstantere Bedingungen zu ermöglichen, wurde der Contest nach dem Viertelfinale für den Rest des Tages ausgesetzt.
Ereignisse der Heats in der vierten Runde:
Der letzte Europäer im Feld, Jeremy Flores (FRA), setzte den Amerikaner CJ Hobgood schnell unter Druck. Von Beginn an war Hobgood in einer Kombisituation, der er nur mit zwei Wellen und einer Gesamtsumme von mindestens 14.35 Punkten entkommen konnte. Jeremy begann stark mit 8.17 Punkten für eine Welle, während sein Gegner bis zum Ende nur Scores im drei Punkte Bereich einbringen konnte.
“Das war nicht leicht da draussen. Ich denke es war ein schwieriger Zeitpunkt mit den Gezeiten für uns. Ich war bereits 15 Minuten vor dem Heat im Wasser und da sind viel mehr Wellen weiter aussen und innen gebrochen. Als der Heat dann losging, waren nur noch wenige gute Wellen zu Beginn da. Ich hatte Glück, dass ich mir gleich die ersten sichern konnte und ich denke, das hat den Unterschied ausgemacht”, sagte der junge Franzose nach seinem Sieg. Mit einem Sieg im Viertelfinale gegen Kelly Slater (USA), den Flores in diesem Jahr schon in Tahiti beim Billabong Pro Teahupoo besiegen konnte, hätte der 19-Jährige in die Top 5 der aktuellen ASP Rangliste einziehen können. Damit sollte ihm auch der Rookie of the Yeat Titel nicht mehr zu nehmen sein. “Ja, unter die Top 5 zu kommen wäre ein Traum. Ich bin zwar schon eine lange Zeit dabei, aber ich bin noch sehr jung und in meinem Alter das zu erreichen, wäre eine wirklich tolle Sache.”
Im nachfolgenden Heat wäre bei einer Niederlage von Taj Burrow (AUS) der Titel in diesem Jahr nur noch zwischen Fanning und Slater entschieden worden. Taj startet schnell mit 4.67 Punkten und setzte seinen Gegner Royden Bryson (ZAF) so von Beginn an unter Druck. Burrow blieb die gesamte Zeit des Heats in Führung und konnte mit einer 7.00 seinen Vorsprung sogar noch weiter ausbauen. Der Südafrikaner Bryson konnte nur eine 2.83 und eine 4.00 in sein Ergebnis einbringen; zu wenig, um gegen den australsichen Titelanwärter am heutigen Tag zu bestehen.
Im letzten Heat der vierten Runde musste der einzig verbliebene Brasilianer im Feld, Leonardo Neves, gegen Bede Durbidge (AUS) antreten. Neves konnte sogleich mit 4.17 und 4.07 Punkten entgegen einer 4.5 und einer 3.0 für Durbidge in Führung gehen. Knapp zwei Minuten vor Schluß nahm Durbidge dann eine kleine Welle, die er aber mit einem feinen Air to Reverse beenden konnte, was ihm von den Judges 4.43 Punkte einbrachte. In der Summe genug für Durbidge, um sich den späten Sieg zu sichern und auch den letzten Brasilianer aus dem Wettbewerb zu befördern.
“Die Bedingungen sind wirklich nicht leicht, aber wir müssen damit eben leben. Jetzt geht es gegen Taj und ich weiss, dass es für ihn um einen möglichen Weltmeistertitel geht, aber darum kann ich mir keine Gedanken machen. Ich muss meine eigenen Ziele verfolgen und natürlich möchte ich hier soweit wie möglich kommen”, sagter der Australier spatter im Interview.
Auch wenn der gesamte heutige Tag erneut in Bakio ausgetragen wurde, geben alle Beteiligten die Hoffnung nicht auf, dass zumindest das Halbfinale und das Finale in Mundaka stattfinden kann. Bisher haben wir die berühmte linksbrechende Welle von Mundaka noch nicht gesehen, so dass alle Heats bisher in Bakio ausgetragen werden mussten. Auch für den morgigen Samstag sehen die Wetter- und Wellengurus keine sonderliche Verbesserung der Bedingungen in Mundaka. Da aber nur noch drei Heats zu surfen sind, und die Offiziellen noch bis Sonntag Zeit haben, bleibt genügend Spielraum, um auf ein perfektes Finale in idealen Bedingungen zu setzen. Wie es beim Billabong Pro Mundaka 2007 wirklich weitergehen wird, ist ab morgen um 09.00Uhr live und direkt auf www.billabongpro.com zu sehen. Einschalten und dran bleiben, denn die Halbfinalpaarungen sind zu gut, um sie zu verpassen!
Paarungen im Halbfinale:
Heat 1: Bobby Martinez (USA) vs. Mick Fanning (AUS)
Heat 2: Kelly Slater (USA) vs. Taj Burrow (AUS)
Ergebnisse im Viertelfinale:
Heat 1: Bobby Martinez (USA) 15.87 def. Phil MacDonald (AUS) 12.50
Heat 2: Mick Fanning (AUS) 14.33 def. Taylor Knox (USA) 6.17
Heat 3: Kelly Slater (USA) 10.90 def. Jeremy Flores (FRA) 9.67
Heat 4: Taj Burrow (AUS) 15.94 def. Bede Durbidge (AUS) 13.33
Ergebnisse der 4. Runde:
Heat 1: Bobby Martinez (USA) 17.27 def. Bernardo Miranda (BRA) 8.60
Heat 2: Phil MacDonald (AUS) 16.83 def. Joel Parkinson (AUS) 14.40
Heat 3: Taylor Knox (USA) 12.67 def. Victor Ribas (BRA) 10.16
Heat 4: Mick Fanning (AUS) 15.33 def. Luke Stedman (AUS) 12.83
Heat 5: Kelly Slater (USA) 16.50 def. Adriano de Souza (BRA) 13.23
Heat 6: Jeremy Flores (FRA) 14.34 def. C.J. Hobgood (USA) 7.16
Heat 7: Taj Burrow (AUS) 13.83 def. Royden Bryson (ZAF)6.83
Heat 8: Bede Durbidge (AUS) 8.93 def. Leonardo Neves (BRA) 8.24
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