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Gran Canaria, Bahia Feliz

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Bezeichnung: Gran Canaria, Bahia Feliz
Surf trip von: maetl
Surf spots: Arinaga Bahia Feliz 
Datum: 10.12.2006 bis 17.12.2006

Mein Cousin Philipp und ich beschlossen im Herbst, dass wir zusammen in die Windsurfferien gehen, sobald er mit der Rekrutenschule fertig ist und ich meinen ersten WK hinter mir habe. Wir wollten aber spontan sein, dort wo es Wind hat, sollte es hingehen. Am Freitag 8.12.06 sahen die Forecasts für die Kanarischen Inseln super aus. Also versuchte ich gleich einen Flug für den folgenden Tag zu organisieren. Keine Chance. Roger Amrein von Spin Out schaffte es dann aber wenigstens für Sonntag, einen Flug für uns zu buchen. Da wir aber doch etwas spät dran waren, erreichte er Claus vom Club Mistral nicht, der für unsere Unterbringung verantwortlich war. Am Sonntag Nachmittag flogen wir dann los. Kurz bevor wir ins Flugzeug stiegen, versuchte ich nochmals Claus zu erreichen. Der war immer noch auf dem nach Hause weg von seinen Ferien. Wir sagten den Jungs vom Club Mistral nochmals dass wir heute Abend kommen würden und wir einfach was zum pennen bräuchten. Sie versicherten uns, dass dies kein Problem sein werde. Und so kam es auch. In Gran Canaria angekommen, riefen wir Claus vom Taxi aus auf dem Handy an und gaben nochmals Bescheid, dass wir in so 30 min. bei ihm aufkreuzen würden. In Bahia Feliz angekommen, klappte die Wohnungsübergabe dann wie am Schnürchen. Und wir kamen erst noch billiger, als wenn wir das Studio schon von zu Hause aus gebucht hätten.
Da wir noch etwas hungrig waren, suchten Philipp und ich bei leichtem Regen und Wind!! nach etwas Essbarem. Wir fanden dann auch eine kleine Pizzeria, die wir im Laufe unseres Aufenthaltes noch öfters besuchten. Als wir gerade am Essen waren, fuhr ein Van vorbei, der mir irgendwie „spanisch“ vorkam. Ich stand auf und ging nach draussen nachschauen. Der Van stand gleich nebenan auf einem Parkplatz. Es war Björn Dunkerbecks Surfvan. Ich drehte mich in alle Richtungen nach ihm um und erblickte ihn im Supermarkt an der Kasse anstehen. Ich war stoked! Ich wartete vor dem Supermarkt bis er rauskam, wie ein 12-jähriger Tokio Hotel Fan vor der Garderobe der Band.
Als er rauskam, gab ich ihm die Hand, brabelte irgendetwas und wünschte ihm noch viel Glück. Was für ein Ferienauftakt. Mein Cousin ass in der Zwischenzeit in aller Ruhe seine Pizza und lachte mich aus, als ich mich wieder zu ihm setzte.

Am Montag war unser erster Surftag auf Gran Canaria. Voller Tatendrang liefen wir am Morgen zum Strand und mussten feststellen, dass die Fahnen bei der Club Mistral Surfstation nicht wie wild wehten. Weiter draussen auf dem Meer schien es aber stark zu winden.
Nach der offiziellen Montagmorgen-Begrüssungsrunde vom Club Mistral entschlossen wir uns, beim Starkwindausflug des Clubs nach Arinaga mitzumachen, da dort der Wind besser reinkommen sollte. So packten wir zu zehnt (Finnen, Australier, Deutsche, Engländer, Österreicher und Schweizer) den Bus und Anhänger voll mit kleinem Windsurfstuff. Der Flughafen meldete Böen bis 40 knt!! In Arinaga angekommen, sah es dann aber nicht ganz so krass aus. Windsurflehrer Hannes ging mit 4.0er als Versuchskaninchen raus und kam auch gut ins Gleiten. Als 2. leichtester der Gruppe riggte ich 3.0 auf und machte den 76 l Beast ready. Auf dem Wasser dann die Ernüchterung. Es war super böig. Von 2-8 bft. war alles da. Ich war in den 2 Stunden, die ich auf dem Wasser war, 3 mal für ca. 150 m entspannt im Gleiten. Aber den andern ging es nicht anders. Es war eine gute Gleichgewichtsübung mit so kleinem Material rumzudümpeln und ich war überrascht, dass ein 76 l Brett bei 60 kg Körpergewicht immer noch schwimmt.
Auf dem Heimweg machten wir noch einen kurzen Stop in Pozo. Auf dem Wasser war nur ein Windsurfer und der surfte weiter draussen. Ein anderer Surfer wollte auch raus, fiel aber in der Mitte der Brandungszone vom Brett und kam auch nicht mehr rauf. Nach einigen Waschgängen liess er sich dann ans Land treiben. Die Jungs vom Club Mistral versicherten uns, dass die Wellen an diesen Tag überdurchschnittlich gross waren. Ich dachte, in Pozo liefen noch grössere Wellen. Das Material von den Morenos lag auch am Strand und die eine von den beiden sahen wir auch aus ihrem Bus aussteigen und ins Strandcafe gehen.
Am Dienstag kam der Wind besser in die Bucht hinein und wir blieben in Bahia Feliz. Die ersten paar hundert Meter waren aber immer noch ein bisschen in der Windabdeckung. Dadurch gab es am Strand keine kleinen Windwellen, sondern nur den Shorbreak des Swells. Und der waren teils recht hoch und brach close out. Dies musste auch einer der beiden Finnen feststellen. Er war mit recht grossem Material genau in der Brandungszone. Durch den schwachen Wind kam er nicht weg und war gerade am Segel aufziehen, als eine der grössten Wellen des Tages sich hinterhältig im Rücken von ihm aufbaute. Sie brach genau über ihm und war gut schulterhoch. Er liess das Segel los und versuchte über die Welle hinweg zu springen. Ohne Erfolg. Die Welle erfasste ihn und das Material und spülte ihn Richtung Strand. Die Szene sah so lustig aus und wir waren alle am Lachen. Nur Hannes brüllte: „Halt das Segel hoch!“ und rannte wie von der Tarantel gestochen zum Strand. Der Finne hatte Glück im Unglück. Er und das Material waren unversehrt.
An diesem Tag war ich mit 4.5er und 86 Liter Synro Fish draussen. War super. Einfach wieder mal nur gleiten und springen. Beim Reinfahren konnte man weiter draussen sogar ein Bisschen mit den Wellen spielen. Wäre schön gewesen, wenn wir die ganze Woche solche Bedingungen gehabt hätten.

Am Mittwoch blies der Wind etwa gleich wie am Vortag. Er nahm während des Tages etwas zu. Ich war am Morgen mit 5.3er und am Nachmittag mit 4.7er unterwegs. Ich habe 2-3 mal einen Speedloop angesetzt. Meistens aber habe ich ihn zu wenig konsequent durchgezogen oder bin zu wenig hoch gesprungen. Einmal kam ich so weit herum, dass ich auf dem Rücken gelandet bin. Autsch, hat ganz schön geklatscht. Ich versuchte auch jeweils beim Reinfahren einige Pushtacks, wobei meine Trefferquote an diesem Tag nicht gerade hoch war. Leeklatschte!!!

Am Donnerstag blies leider nur ein leichter Wind mit 2-3 Bft. Aber anstatt nur dumm herumzusitzen und auf mehr Wind zu warten, schnappte ich mir ein 6er Segel und ein 100 Liter Brett und ging lowwind-freestylen. So konnte ich den Leuten am Strand zeigen, was man mit einem Windsurfer alles machen kann, wenn es mal kein Wind zum Gleiten hat.

Am Freitag hatte es etwa gleich wenig Wind wie am Vortag. Aber anstatt wieder lowwind flic flacen zu gehen, nahmen Philipp, Brad (ein cooler Australier, mit dem wir die meiste Zeit zusammen waren) und ich das grösste Material das der Club Mistral zu bieten hatte (7.5er und 140 l), in der Hoffnung wenigsten so noch ein bisschen zu gleiten. Eigentlich wollten wir ein Matchrace machen, aber ich war durch mein geringes Gewicht der Einzige von uns dreien, der ab und zu mit viel Pumpen im Gleiten war. Nach einer Stärkung und Siesta an Land versuchten wir es am Nachmittag noch einmal. Doch der Wind hatte in der Zwischenzeit ein wenig abgenommen. So kam selbst ein finnischer Surfer mit seinem Lorch Formulaboard und riesengrossem Neilpryde Rigg nicht mehr immer ins Gleiten. Wenigsten war es wie schon die letzten Tage schön und warm.

An unserem letzten Tag war noch weniger Wind wie die letzten zwei Tage. Dafür liefen die Wellen besser. Also schnappte ich mir ein Malibu Wellenreitbrett und ging 2 Stunden wellenreiten. Die Wellen waren nicht gross, liefen aber teils recht schön. So konnte ich ein paar schöne Runs machen. Dies hatte offenbar den Ergeiz von Windsurflehrer Peter geweckt, denn er kam auch aufs Wasser und zusammen rockten wir weiter.
Am Nachmittag gingen wir zusammen mit Brad nach Playa del Ingles. Er war sehr überrascht, wie es am Strand aussah. Ein Liegestuhl neben dem anderen. Und wenn man die benutzen wollte, musste man dafür auch noch bezahlen. Das kannte er von Australien nicht, denn da sind die Strände nicht so voll und niemand verdient sein Geld damit, Liegestühle zu vermieten. Wir liefen ein wenig in den Dünen herum und kamen genau im FKK Abschnitt wieder an den Strand. Und als er überall die runzligen, hängenden Dinger sah, war er noch mehr schockiert und meinte: “We would call the Police!“ Am späten Abend gingen wir mit Brad, den Surflehrern und ein paar Schwedinnen, die in Bahia Feliz arbeiten, nochmals nach Playa del Ingles Party machen. Da die Schwedinnen einen der Türsteher kannten, arrangierten sie, dass wir im „Scandic“ alle gratis trinken konnten. Dies nutzte vor allem Philipp stark aus. Da es Zwischensaison war, war nicht viel los in Bahia Feliz. So war es cool mal mehr Leute zu sehen und richtig Party zu machen. Und vor allem waren mehr Frauen da.
Gegen 5 Uhr morgens ging es dann mit dem Taxi wieder nach Hause. Doch kaum waren wir eingeschlafen, klopfte auch schon der Taxifahrer, der uns zum Flughafen brachte, an die Tür.
Müde und noch etwas angesäuselt traten wir dann unseren Heimweg an.
Wir werden aber sicherlich wieder kommen, denn es war eine geile Woche.


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