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Der Himmel ist irgendetwas zwischen dunkelschwarz und feuerrot. Am Leuchtturm blinkt vergebens ein gelbes Warnlicht. Alles was nicht niet- und nagelfest ist, hat sich längst in Richtung Ungarn verabschiedet. Der Sturm regiert im burgenländischen Seewinkel. Und der See kocht, lässt seine Wellen weißgrau aufschäumen.

Die Augen der Locals glänzen, Touristen verfluchen ihr nagelneues 6,5er Race-Segel. Keine Chance bei dem für Binnenland ungewöhnlichen Hackwind um die 9 Beaufort.
Kein Zweifel: Segel um die 3,5 Quadratmeter werden am österreichischen Neusiedler See selten gefahren. Aber jeder Local hat eines. Denn der größte Steppensee Mitteleuropas hat viele Gesichter. Nicht diese Dr. Jekyll und Mr. Hyde-Geschichte. Aber all die Farben, Stimmungen und Wetterlagen.
Freestyle-Mekka und Anfänger Paradies. 28 Grad im Hochsommer und 30 cm dickes Eis im Winter. Stehrevier und doch Grab unvorsichtiger Zeitgenossen mit und ohne Segel.

Gleitwind im Frühjahr und Herbst, oft tagelange Flaute im Sommer. 25 Grad Anfang April beim "Summer-Opening" und arktische Temperaturen im Winter. Vogelparadies mit Löfflern und Störchen, Naturreservat an der Grenze zu Ungarn. Das alles ist der Neusiedler See.

Wer als Windsurfer zum Neusiedler See pilgert, tut gut daran, im Frühjahr ab April oder im Herbst bis Ende Oktober anzureisen. Die Windstatistik ist dann echt respektabel. Österreichs Freestyle-Nachwuchstalent Christian Sammer etwa konnte VOR dem Freestyle-Worldcup am See Ende April an rekordverdächtigen 28 Tagen bei Gleitbedingungen trainieren. Aber Vorsicht: Windgarantie gibt es am See keine. Kein thermisches Windsystem à la Gardasee ist am Werken. Auch in den besten Windmonaten kann der See schon einmal tagelang spiegelglatt sein.


Der wichtigste Wind am See ist der Nordwest, im wesentlichen von durch- oder vorbeiziehenden Fronten verursacht. Der Nordwest etwa 70 % der Windtage wird von den Ausläufern des Alpenhauptkammes bis zum See gelenkt, koppelt durch das Leithagebirge noch einmal an höhere Luftschichten an und lässt sich dann in den
brettebenen Seewinkel hinunter.Der beste Spot bei diesen Bedingungen ist Podersdorf, der große Fremdenverkehrsort und Austragungsort des alljährlichen PWA-Freestyle Weltcups, der hier übrigens 1998 aus der Taufe gehoben wurde. Der Nordwest kommt in Podersdorf leicht schräg auflandig und stärker als an den anderen Spots. Der Strand ist kilometerlang und bietet eine hervorragende Infrastruktur für Freestyler und Aufsteiger.

Hier trainiert Frank Lewisch, immerhin Achter der Freestyle-Jahreswertung, hier begeisterte Josh Stone die Massen, hier dümpeln Anfänger bei zwei Windstärken um Schilfinseln herum. Dennoch ist der Strand von Podersdorf der einzige Naturstrand am See oft ziemlich voll.

Ideale Alternative, gerade beim Schönwetterwind aus Südost, ist das malerische Örtchen Weiden am Nordufer des Sees. An guten Tagen brechen hier die besten Wellen des Sees, der Wind, der direkt aus der Puszta kommt, schleppt sie über 30 Kilometer an, bevor sie Weiden erreichen. Kein Wunder, dass hier alljährlich mit dem Pannonia Soul Classic ein Freestyle-Contest stattfindet, der sich auch international immer größerer Beliebtheit erfreut.

Ein solcher Südwindtag war es auch, der Björn D. himself zu der Aussage verleitete: Das ist der beste See, auf dem ich jemals gewindsurft bin. Und Colette Guadagnino, Nachwuchstalent aus Venezuela und 2000 Siegerin in Podersdorf ergänzte heuer in Podersdorf: I was surprised that it could blow that hard on a lake!

Als alternative Spots sind noch Illmitz (beste Welle bei Nordwind) und Breitenbrunn beim seltenen Ostwind zu nennen. Breitenbrunn hat außerdem bei Nordwest oder West absolutes Flachwasser und eine geschützte Bucht, also optimal zum Halsen üben bzw. erste Gleitversuche zu starten. Richtigen Sahnetage gibt es auch hier bei Süd oder Südostwind: Da läuft eine akzeptable Welle, so dass sogar einige Locals von den anderen Spots kommen.

Quelle: www.windsurfteamaustria.com



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Fun:  8/10
Anfahrt:
Webcam:
Parking: ..
Beach: Der Strand ist kilometerlang und bietet eine hervorragende Infrastruktur für Freestyler und Aufsteiger.
Wind: Der wichtigste Wind am See ist der Nordwest
Wave: ..
Surf Spot eingetragen von: Aut26

6 Locals haben sich in Podersdorf eingetragen

OSSI85
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