Nach mehr als einer Woche ohne einen gesurften Heat, hatte der Titelverteidiger des Vorjahres, Bobby Martinez (USA), keine Mühe sich gegen den Brasilianer Bernardo Miranda durchzusetzen. Miranda war am Vormittag bereits in der dritten Runde gestartet und hatte dort Adrian Buchan (AUS) besiegen können. Mit 17.27 Punkten (maximal 20 Punkte; die zwei besten Wellen (á maximal 10 Punkte) kommen in die Wertung) gegen Mirandas 8.60 Punkte, waren die Verhältnisse zu jeder Zeit des 30-minütigen Heats geklärt. Mit einem gewaltigen 360 zur Hälfte des Heats konnte der Amerikaner 8.67Punkte einstreichen und damit seinen Einzug ins Viertelfinale frühzeitig sichern. Ein weiterer Score in der darauf folgenden Welle von 8.60 Punkten untermauerten das Ergebnis für Martinez. “Spanien scheint mir zu liegen”, sagte Martinez. “Ich komme gern nach Europa und egal was letztes Jahr war, dieses Jahr ist eine andere Geschichte, aber ich werde mein Bestes geben.”
Bobby Martinez’ Gegner im Viertelfinale heisst Phil MacDonald (AUS). Der Australier konnte sich gegen den Anwärter auf den Weltmeistertitel, Joel Parkinson (AUS), behaupten. In einem hart umkämpften Aufeinandertreffen der beiden Landsleute, wechselte die Führung häufig, bis MacDonald zur Hälfte des Heats einen deutlichen Vorsprung rausarbeiten konnte, den Parkinson nicht mehr einholen sollte. Drei Minute vor dem Ende des Heats benötigte Parkinson 9.60 Punkte für den Sieg. Leider lieferte das Meer keine Welle, die einen so hohen Score erlaubte. Parkinson muss damit seine Chancen auf den Weltmeistertitel in diesem Jahr begraben.
“Gegen Joel in diesen Bedingungen zu surfen, ist immer schwierig, da ihm solche Wellen sicher sehr gut liegen. Aber ich hatte Glück, dass die besseren zwei Wellen bei mir gelandet sind”, kommentierte MacDonald abschließend. “Jetzt geht es gegen Bobby, was sicher nicht leicht wird, aber wenn man den Contest gewinnen will, dann muss man jeden schlagen. Ich werde versuchen das Momentum von heute zu nutzen und mich auf meine Stärken besinnen und wenn ich dann in drei Tagen auf dem Podium stehe, dann hat alles geklappt.”
Hart umkämpft war ebenfalls das Aufeinandertreffen von Taylor Knox (USA) und Victor Ribas aus Brasilien. Ribas lag einige Zeit in Führung, bevor Knox sieben Minuten vor dem Ende mit einem Score von 6.67 Punkten die Führung übernehmen konnte. Ribas brauchte 7.34 Punkte um zu gewinnen. Diese Punktzahl sollte der Brasilianer nicht mehr erreichen können und muss sich nun mit einem neunten Platz zufrieden geben.
Der heisseste Anwärter auf den WM-Titel, der Australier Mick Fanning, musste sich in seinem Heat der vierten Runde aus einem schnellen hohen Rückstand befreien. Fannings Landsmann Luke Stadman startete Furios und legte mit einem Score von 7.50 Punkten los. Nach weiteren 5.33 Punkten musste Fanning schon zwei Wellen einbringen, um in Führung zu gehen. Im Stile eines Champions legte der 26-jährige Fanning dann mit einer 8.50 einen ersten Grundstein für die Aufholjagd. Zur Hälfte des Heats brauchte Fanning eine 4.33 für die Führung, die er sich umgehend mit einem Score von 6.83 sicherte. Stedman konnte nur noch niedrige Ergebnisse nachlegen. Fanning wahrt mit diesem Ergebnis seine Ambitionen auf den Titel. “Ich habe es selber in der Hand und so lange ich weiter gewinnen kann, bin ich auf einem guten Weg”, kommentierte Fanning seinen Sieg. “Sted ist gewöhnlich der, der sich die besten Wellen nimmt, daher bin ich doppelt froh, dass ich mich gegen ihn behaupten konnte.” Mit 9.63 Punkten in der dritten Runde erzielte Fanning zudem den besten Wavescore des Tages.
Im letzten Heat des Tages hatte der Brasilianer Adriano de Souza keine Chance gegen Kelly Slater (USA). Frühzeitig konnte Slater sich mit einem 7.83 und einem 8.67 Score eine klare Führung herausarbeiten, die de Souza die restliche Zeit in einer Kombisituation zurückliess, aus der er sich nur mit zwei hohen Scores befreien konnte. Die beiden standen sich schon in Jefferey’s Bay (Südafrika) in der vierten Runde gegenüber und auch damals mit dem besseren Ende für Slater. Am Ende hätte der Brasilianer eine 9,70 benötigt, was ihm gegen den Rekordweltmeister heute nicht mehr gelingen sollte.
Nach diesem Heat wurde aufgrund der einsetzenden Dunkelheit der Contest abgebrochen.
Ereignisse der dritten Runde:
Der aktuell an Rang Vier der Gesamtwertung stehende Australier Joel Parkinson setzte sich in einem spannenden Heat gegen Gabe Kling (USA) durch. Mit jeder gesurften Welle wechselte die Führung zwischen den beiden. In den letzten Sekunden des 30-minütigen Aufeinandertreffens paddelten beide um die gleiche Welle. Parko war in der schlechteren Position, hatte allerdings der Regel nach Vorrang gegenüber Kling. Der Australier zögerte zunächst und nahm die Welle dann doch, so dass der Amerikaner Kling zurückziehen musste. “Ich war mir nicht so sicher, wie die Judges das beurteilen würden, daher wusste ich nicht, ob ich den Heat gewonnen hatte”, kommentierte Parkinson die Situation anschliessend. “Es waren schwere Bedingungen dort draussen und wer immer die glücklicheren Wellen erwischt gewinnt.” Gabe Kling präsentierte sich hier in Bakio in der zweiten Rund in fantastischer Form, als er mit einer 9.60 die höchste Punktzahl für eine Welle in der gesamten Runde einstreichen konnte. “Mit Gabe ist immer zu rechnen”, sagte Parkinson, “insbesondere in diesen Bedingungen ist jeder gefährlich und man muss mit allem rechnen. Ich bin froh es geschafft zu haben und in der nächsten Runde zu stehen.” In der vierten Runde trifft Parkinson nun auf seinen Landsmann Phil MacDonald, der sich heute gegen den Finalisten vom Contest in Frankreich, Greg Emslie (ZAF), durchsetzen konnte.
Ganz knapp an einer Sensation rutschte der baskische Lokalmatador Hodei Collazo (EUK) vorbei, als er in seinem Heat für einen kleinen Fehler von Mick Fanning (AUS) bestraft wurde. Fanning gilt als Führender der Gesamtwertung zur Zeit als heissester Kandidat auf den Weltmeistertitel. Ungefähr zur Hälfte des Heats benötigte Fanning 7.5 Punkte, um die Führung zu übernehmen. Bis dahin hatte Collazo die besseren Wellen gewählt und den potentiellen Weltmeister stark unter Druck gesetzt. Erst zu diesem Zeitpunkt konnte Fanning mit 8.0 Punkten sein erstes richtiges Ergebnis in die Wertung einbringen. Der Baske konterte mit einer 8.67, die Fanning wiederum umgehend mit einer 9.63 erwiderte. Danach war für Collazo nichts mehr zu machen.
“Ich hatte wirklich Glück, dass ich die beiden Wellen für mich erwischen konnte. Ich war von Anfang an ziemlich unter Druck als er die 6.83 Punkte unterbringen konnte”, sagte Mick Fanning. “Jetzt geht es für mich Stück für Stück weiter und ich versuche nicht zu viele Gedanken an eine mögliche Entscheidung um den Titel zu verschwenden.”
Der Unterlegene Hodei Collazo sagte: ”Es ist für mich eine Ehre gegen jemanden wie Mick zu surfen undich bin eigentlich sehr zufrieden mit meinem Heat. Ich hatte einen guten Start und habe gute Wellen gewählt, aber dann habe ich Mick eine Welle überlassen, die er super gesurft ist und seine Punkte geholt hat. Selbst der kleinste Fehler ist auf diesem Level das Ende.”
Die ersten zwei Wellen waren die besten für den Wildcardinhaber Tiago Pires (POR) gegen den Rekordweltmeister Kelly Slater (USA). Von Beginn benötigte Slater mindestens 8.34 Punkte, um in Führung zu gehen. Mit einem Score von 7.83 kämpfte sich Slater langsam ran und benötigte nun nur noch eine 4.51 zur Hälfte des Heats. Vier Minuten vor Schluß verpasst er diese Wertung nur knapp mit einer 4.33. Im entscheidenden Moment des Heats paddelten beide um die selbe Welle. Der Portugiese hatte das Vorrecht zu diesem Zeitpunkt, war aber gegen Slater in der schlechteren Position, so dass sich der Amerikaner die Welle schnappte und mit einem Score von 7.6 Punkten erstmalig in diesem Heat in Führung ging. Die nachfolgenden Wellen brachten für Pires nicht mehr das nötige Ergebniss. Slater trifft nun in der vierten Runde auf den Brasilianer Adriano de Souza, der sich gegen Josh Kerr (AUS) durchsetzen konnte.
Slater anschliessend: “Das war eine wirklich knappe Angelegenheit. Ich habe mich dann entschieden weiter innen zu warten, da weiter draussen weniger gebrochen ist. Innen war es eher so, dass sich die Wellen erneut aufgebaut haben und mehr Potenzial hatten. Der Heat war gut für mich, denn ich habe realisiert, dass es für mich hier auch um den Titel gehen kann. Ich werde aber jetzt versuchen nicht zu viele Gedanken daran zu verschwenden. Einen Heat nach dem anderen nehmen und versuchen so gut es geht zu surfen.”
Für einen von zwei verbliebenen Europäern im Feld, Jeremy Flores (FRA), verlief die dritte Runde hingegen besser als für Pires zuvor. Er setzte sich in einem engen Heat gegen Shaun Cansdell (AUS) durch. “Es ist nicht leicht dort draussen. Wir hatten beide unsere Wellen, aber Shaun ist dann bei einer gestürzt, die ihm einen guten Score hätte sichern können. Danach war er ziemlich wütend und hat wohl irgendwie aufgegeben. Letztendlich hatte ich einfach nur mehr glück mir die besseren Wellen ausgesucht zu haben. Mein letzter Heat hier liegt eine Woche zurück und ich war immernoch ziemlich frustriert über mein Ergebnis in Frankreich. Jetzt war ich eine Woche zu Hause und bin mit einer ganz anderen Stimmung hier heute wieder an den Start gegangen.”
In einem der letzten Heats in der dritten Runde hatte ein weiterer Europäer, der Baske Aritz Aranburu (EUK), keine Chance gegen den australischen Titelanwärter Taj Burrow. Aranburu startete mit mehreren Wellen, die ihm gleich zu Beginn zwei Ergebnisse im vier Punkte Bereich sicherten. Diese Scores konnte der junge Baske allerdings nicht mehr verbessern, so dass Burrow an der Reihe war und seine Chance eindrucksvoll nutzte. Mit einigen sehr agressiv gesurften Wellen und einigen Airs und 360s fand sich Aranburu schnell in einer Situation wieder, in der er eine 9.57 für den Sieg benötigte. Taj erhöhte den Druck kontinuierlich und zwang seinen Gegner kurz vor Schluß dazu 9.74 Punkte für eine Welle bekommen zu müssen, was dem Basken nicht mehr gelang.
“Ich war nach dem Frankreich Event ziemlich enttäuscht mit meinem Ergebnis”, sagte Burrow. Aber jetzt komme ich wieder in Fahrt und nehme einen Heat nach dem anderen. Der mögliche Titel ist sicher ein Thema. Ich hatte letzte Nacht sogar einen Traum, in dem ich diesen Contest gewann und damit das Rennen wieder offen gestalten konnte. Das ware definitiv sehr angenehm so heute Früh aufzuwachen. Aber es ist weniger der Titel, als viel mehr dieser Event, der mich beschäftigt. Mit Mick, Joel und mir sind es immerhin drei Australier, die in Reichweite des Titels sind und es ware klasse, wenn einer es schaffen würde.”
Nach einem langen Tag in Bakio wird die Fortsetzung der vierten Runde am morgigen Freitag hoffentlich am angestammten Ort der Contests in Mundaka stattfinden. Der erste Call ist für 08.00Uhr angesetzt und die Swell-Vorhersage lässt auf eine Fortsetzung des Contests in Mundaka hoffen. Alle Heats und Entscheidungen beim Billabong Pro Mundaka sind live und direkt auf
http://www.billabongpro.com mit zu erleben.
Ergebnisse der 4. Runde (11.10.07)
Heat 1: Bobby Martinez (USA) 17.27 def. Bernardo Miranda (BRA) 8.60
Heat 2: Phil MacDonald (AUS) 16.83 def. Joel Parkinson (AUS) 14.40
Heat 3: Taylor Knox (USA) 12.67 def. Victor Ribas (BRA) 10.16
Ausstehende Paarungen der 4. Runde :
Heat 6: Jeremy Flores (FRA) vs. C.J. Hobgood (USA)
Heat 7: Taj Burrow (AUS) vs. Royden Bryson (ZAF)
Heat 8: Bede Durbidge (AUS) vs. Leonardo Neves (BRA)
Paarungen im Viertelfinale:
Heat 1: Bobby Martinez (USA) vs. Phil MacDonald (AUS)
Heat 2: Taylor Knox (USA) vs. Mick Fanning (AUS)
Heat 3: Kelly Slater (USA) vs. tba
Ergebnisse der 3. Runde (11.10.07):
Heat 1: Bobby Martinez (USA) earns a bye over Trent Munro (AUS)
Heat 2: Bernardo Miranda (BRA) 14.00 def. Adrian Buchan (AUS) 13.67
Heat 3: Phil MacDonald (AUS) 13.00 def. Greg Emslie (ZAF) 9.67